Die (Ohn)Macht der Slider

Eine Analyse eines beliebten Design-Elements
Illustration eines Karussellsliders und einer Hand, die damit interagiert

Bestehende Studien der Universität von Notre Dame (2013) sowie von Mindberry (2019) lassen vermuten, dass der beliebte Karussell-Slider nicht die Interaktionen hervorruft, die man sich davon erwartet. Unser Senior UX/UI-Designer Roland Skof-Peschetz hat sich darüber schon einmal Gedanken gemacht, die er in diesem Artikel auf Medium niedergeschrieben hat.

Erhebungszeitraum
November-Dezember 2021
Tool
Hotjar

Unsere In-House-Analyse mit Hotjar

Weil aber nichts besser ist als selbst erhobene Daten und selbst daraus gezogene Schlüsse, haben wir uns – gemeinsam mit einem unserer treuen Kunden – entschlossen, im Zuge der Optimierung der brandneuen Website, einmal diesem Thema besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Mit Hilfe des Tools Hotjar haben wir einhundert Screen-Recordings aufgezeichnet, auf die folgende Kriterien zutreffen:

  • Die Einstiegsseite ist die Startseite (auf der sich der Karussell-Slider befindet)
  • Die Gesamtverweildauer auf der Website ist länger als 30 Sekunden

Die Verteilung der Endgeräte widerspiegelt dabei das, was wir aus anderen Erhebungen über diese Website schon wissen. Mit 57% bilden Smartphones die größte Gruppe, gefolgt von Desktop mit 37% und Tablets mit 6%. Touch-Devices machen also 63% der aufgezeichneten Besuche aus.

Erkenntnisse

In den 100 aufgezeichneten Sessions haben …

  • 14 User:innen den 2. Slide angezeigt bekommen
    • Da der Slider nicht automatisch weiterläuft, ist das auch die Anzahl derer, die die Slidernavigation benutzt haben.
    • Mit ca. 71% sind Smartphones hier überrepräsentiert. Es ist denkbar, dass das „Wischen“ auf Touch-Devices der Interaktion mit dem Slider entgegenkommt.
  • 8 User:innen den 3. Slide angezeigt bekommen
  • 2 User:innen mit dem 1.Slide (CTA-Button) interagiert
  • Kein:e einzige:r User:in mit dem 2. oder 3. Slide interagiert
Balkendiagramm von Slider Studie

Zudem konnten wir in den Recordings einige anekdotische Beobachtungen machen:

Gewöhnlich scrollen User:innen nahezu sofort nach dem Seitenaufbau über den Slider hinweg, bzw. rufen die Seiten-Navigation auf, registrieren also zu einem sehr hohen Anteil nicht einmal die Information auf dem allerersten Slide – das kann mit dem, von der Nielsen Norman Group beobachteten Effekt, der Banner Blindness erklärt werden.

Bi-direktionales Scrolling alleine ist offenbar nicht der (einzige) Grund für die schlechte Performance des Sliders, weil es in anderen Situationen – zum Beispiel in einem Karussell über beliebte oder besonders beworbene Produkte – durchaus von den User:innen angenommen wird.

Roland Skof-Peschetz

Fazit

Auf der Basis dieser Daten werden wir in diesem speziellen Fall, bei zukünftigen Optimierungs­schritten unserem Kunden raten, auf den Karussell-Slider zu verzichten und stattdessen besonderes Augenmerk auf Gestaltung und Textierung eines Hero-Elements zu legen.

Es bestätigt sich, dass ständige Beobachtung und Messung der Schlüssel zu guter User Experience – und damit zur Erzielung optimaler Conversion-Rates ist. Die Organisation und Philosophie von SPiNNWERK – unser Vertrauen auf ständige Optimierung unter Verwendung zuverlässiger Daten – macht sich bezahlt.

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